Vita ⎜Leben Werk ⎜Ausstellungen und Preise

Ali Akbar Safaian ist Maler und Bildhauer. Er gehört zu den Vertretern der formativen Zeit der iranischen Moderne, die im vorislamistischen Iran der 70er Jahre die Formensprache der Bildenen Kunst Irans erweitert und erneuert haben. Die Werke seiner frühen Schaffensphase werden der Strömung der iranischen Phantastik zugeordnet. In seinem aktuellen Werk nimmt das Relief und eine zur Abstraktion gesteigerte essentialistische Formensprache eine bedeutende Rolle ein.

Biografie

Safaian wurde 1947 in Sang-e Sar, einer Stadt an den Hängen des Alborz-Gebirges im Nordwesten Irans geboren. Angeregt durch Bilder in Schule und Umgebung, beginnt er als Jugendlicher nachts die Gestalten seiner schlafenden Geschwister zu zeichnen. Er folgt seiner künstlerischen Neigung und schreibt sich an der Universität der Bildenden Künste für Malerei Teheran ein, wo er sich bis 1970 ausbilden lässt. Er  wurde fortan von der Galerie Seyhoun vertreten. Seine Werke wurden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen ausgestellt sowie in Ausstellungen im Archäologischen Museum Teheran, der Exposition Internationale des Artes de Teheran und der Ausstellung der UNESCO-Mitgliedsstaaten in Cannes gezeigt.

Um Stil und Ausdruck weiterzuentwickeln, unternimmt er Studienreisen nach Afghanistan, Indien, Nepal, Italien und Paris, wo er von 1979-1981 als freischaffender Künstler arbeitet. Diesen Reisen verdankt er einen prägenden Einblick in die europäischen und östlichen geistesgeschichtlichen Traditionen und Formensprachen. Nach der iranischen Revolution flüchtet er Mitte der achtziger Jahre vor der islamischen Regierung nach Pegnitz, in die Nähe Bayreuths, und erfährt in einer konzentrierten, ruhigen Atmosphäre seine produktivste Schaffensphase. Heute lebt und arbeitet er in Berlin. 

Malerei − Perioden Iranische Phantastik und Mischtechnik

Die Malereien Safaian in der Phase der iranischen Phantastik zeigen Gestalten von Menschen und Tieren als seien diese in einen phantastischen Verzerrungsraum eingelassen. Die künstlerische Technik dieser Schaffenszeit beschrieb der Kunsthistoriker und -kritiker Javad Mojabi in der Zeitung Etelaat folgendermaßen: "Safaian geht in der Konzeption seiner Gemälde von der Perspektive eines iranischen Miniaturmalers aus: ohne vorhergehenden Plan und Absicht beginnt er das Bild von einem Winkel aus zu zeichnen und nur die Anziehungskraft der Farben und Linien treiben ihn an." Ein potentiell unendlicher Prozess - so schreibt er weiter: "Das Bild ist fertig, seine Volumina bleiben jedoch unbeendet." In der mittleren Periode der achtziger Jahre bevölkern menschliche, natürliche und maschinelle Elemente seine Bilder. Krieg und Frieden, in der die phantastische Auflösung der Raumverhältnisse für einen Weltzustand steht, gehören zu den wichtigsten Arbeiten dieser Zeit. In der folgenden Mischtechnik-Serie bricht er mit der Figuration und wendet sich strukturellen Formen zu.


Relief ⎜Erderbe ⎜Erbe

Seit 2004 konzentriert sich Safaian auf Relief-Arbeiten. Zwei Serien sind daraus entstanden: Erderbe und Erbe. Die erste Serie behandelt organische Strukturen, die einmal bewusst kompositorisch gestaltet sind, einmal gestalt- und sprachlos wie ein Urstoff erscheinen. Die grauen, braunen, grünen Farben erinnern an Erde, Mineralien, Tiefenschichten. Das Konkrete dieser Serie drückt sich ebenso deutlich in der nächsten aus: Erbe. Es handelt sich dabei um monochrome Werke. Eingetaucht in eine Farbe, entwickelt sich zwischen den Formen keine Hierarchie; alle Bewegungen sind gleichwertig, keine hebt sich hervor. Der Autor nimmt sich zurück, will keine Handschrift hinterlassen und schafft ein Bild als Materie, als das, was übrigbleibt, wenn man das bewegte, wachsende Leben von der Welt abzieht. Nach seinem Beweggrund, Kunst zu schaffen, befragt, sagt der Künstler: „Für mich ist Kunst ein Versuch, das Sein freizugraben.“

 

 

 Ausstellungsauswahl und Preise

 2016            KunstbüroBerlin (mit Lesung mit Kurt Scharf)

 2014            Atelier Sibylle Wagner, Berlin

 2008            Kulturpreis, Bayreuth – Deutschland

 2007            "Research Exhibition on Iranian Contemporary Arts / 1960-70s"
                    Saba Cultural and Artistic Museum - Teheran, Iran

 

 1999            Kunsthaus Nürnberg, Deutschland

 

 1994            AAI-Galerie – Wien, Österreich

 

 1993            British American Tobacco Casino Gallery – Bayreuth, Deutschland

 1992            The Boston Consulting Group – München, Deutschland
 

 1991            Galerie Eurocadre St-Junien – Limoges, Frankreich

 1991            Galerie Les Carmes – Langon, Frankreich

 1991            Preis des Biozentrums Uni Würzburg für Kunst-am-Bau mit Realisation, Deutschland

 1991            Galerie Francis Layoute – Limoges, Frankreich

 1988            Galerie La Palette D´Ór – Rouen, Frankreich

 1986            Fahangsarai Niawaran „In Memory of Mohammadi“ – Teheran, Iran

 1985            Fahangsarai Niawaran „In Memory of Fanizadeh“ – Teheran, Iran

 1978            Entesharati Agha – Teheran, Iran

 1978            Galerie Shiekh „Five Modern Artist“ – Teheran, Iran

 1977            Galerie Shiekh – Teheran, Iran

 1976            Galerie Takht Jamshid – Teheran, Iran

 1975            Galerie Takht Jamshid „Surrealist Artists“ – Teheran, Iran

 1975            Galerie Ghandriz – Teheran, Iran

 1975            Galerie Mehr Shah – Teheran, Iran

 1974            Galerie Khaneh Aftab „Painting and Sculpting“ – Teheran, Iran

 1974            Galerie Seyhoun „Modern Art“ – Teheran, Iran

 1974            Galerie Takht Jamshid – Teheran, Iran

 1974            International Art Exhibtion of Unesco-members – Cannes, Frankreich

 1974            Galerie Seyhoun – Teheran, Iran

 1974            An aspect of Iranian Contemporary Art
                    sponsored by Seyhoun Gallery and in cooperation with Gallery Ghandriz – Teheran, Iran

 1974            Asian Art on the occasion of the 7th Asian Games – Teheran, Iran

 1973            Seyhoun Galerie – Teheran, Iran

 1972            Galerie Solivan –  Teheran, Iran

 1969            Archäologisches Museum Iran – Teheran, Iran

 1972            Galerie Mess – Teheran, Iran

 1972            Galerie Khaneh Aftab – Teheran, Iran

 1971            Galerie Khaneh Aftab – Teheran, Iran

 1969            Archäologisches Museum Iran – Teheran, Iran