Biografie

Ali Akbar Safaian wurde 1947 in Sang-e Sar, einer Stadt an den Hängen des Alborz-Gebirges im Nordwesten Irans geboren. Angeregt durch Bilder in Schule und Umgebung, beginnt er als Jugendlicher nachts die Gestalten seiner schlafenden Geschwister zu zeichnen. Er folgt seiner künstlerischen Neigung und schreibt sich an der Universität der Bildenden Künste für Malerei Teheran ein, wo er sich bis 1970 ausbilden lassen sollte. Erste Einzelausstellungen finden in den Galerien Seyhoun und Solivan statt. Um Stil und Ausdruck weiterzuentwickeln, unternimmt er Studienreisen nach Afghanistan, Indien, Nepal, Italien und Paris, wo er von 1979-1981 als freischaffender Künstler arbeitet. Diesen Reisen verdankt er einen prägenden Einblick in die vitale Subjektivität des Westens und die unpersönlich-vedantische Kultur des Ostens. Nach der iranischen Revolution flüchtet er Mitte der achtziger Jahre vor der islamischen Regierung nach Pegnitz, in die Nähe Bayreuths, und erfährt in einer konzentrierten, ruhigen Atmosphäre seine produktivste Schaffensphase. Heute lebt und arbeitet er in Berlin. 

Perioden / Malerei

Die Malereien seiner frühen Phase, einschließlich der Jahre nach dem Diplom, behandeln die Gestalten von Menschen und Tieren als wären diese in einen phantastischen Verzerrungsraum eingelassen. Die künstlerische Methode dieser Schaffenszeit beschrieb Javad Mojabi im "Ettealat" folgendermaßen: "Safaian geht in der Konzeption seiner Gemälde von der Perspektive eines iranischen Miniaturmalers aus: ohne vorhergehenden Plan und Absicht beginnt er das Bild von einem Winkel aus zu zeichnen und nur die Anziehungskraft der Farben und Linien treiben ihn an." Ein potentiell unendlicher Prozess - so schreibt er weiter: "Das Bild ist fertig, seine Volumina bleiben jedoch unbeendet." In der mittleren Periode der achtziger Jahre bevölkern menschliche, natürliche und maschinelle Elemente seine Bilder. Krieg und Frieden,
in der die phantastische Auflösung der Raumverhältnisse für einen Weltzustand steht, gehört zu den wichtigsten Arbeiten dieser Zeit. In der darauf folgenden Mischtechnik-Serie bricht er mit der Figuration und wendet sich Strukturen zu. Hier liegen Schichten auf Schichten, wie Wurzeln über Wurzeln. Die Bilder wollen nicht mehr sprechen, sondern sein. 


Erderbe, Erbe / Relief

Seit 2004 konzentriert sich Safaian auf Relief-Arbeiten. Zwei Serien sind daraus entstanden:
Erderbe und Erbe. Die erste Serie behandelt organische Strukturen, die einmal bewusst kompositorisch gestaltet sind, einmal gestalt- und sprachlos wie ein Urstoff erscheinen. Die grauen, braunen, grünen Farben erinnern an Erde, Mineralien, Tiefenschichten. Das Konkrete dieser Serie drückt sich ebenso deutlich in der nächsten aus: Erbe. Es handelt sich dabei um monochrome Werke. Eingetaucht in eine Farbe, entwickelt sich zwischen den Formen keine Hierarchie; alle Bewegungen sind gleichwertig, keine hebt sich hervor. Der Autor nimmt sich zurück, will keine Handschrift hinterlassen und schafft ein Bild als Materie, als das, was übrigbleibt, wenn man das bewegte, wachsende Leben von der Welt abzieht. Nach seinem Beweggrund, Kunst zu schaffen, befragt, sagt der Künstler: „Für mich ist Kunst ein Versuch, das Sein freizugraben.“

 

 

Ausstellungsauswahl und Preise

 

2008            Kulturpreis, Bayreuth – Deutschland

2007            "Research Exhibition on Iranian Contemporary Arts / 1960-70s"
                    Saba Cultural and Artistic Museum - Teheran, Iran

 

1999            Kunsthaus Nürnberg, Deutschland

 

1994            AAI-Galerie – Wien, Österreich

 

1993            British American Tobacco Casino Gallery – Bayreuth, Deutschland

1992            The Boston Consulting Group - München, Deutschland
 

1991            Galerie Eurocadre St-Junien – Limoges, Frankreich

1991            Galerie Les Carmes – Langon, Frankreich

1991            Preis des Biozentrums Uni Würzburg für Kunst-am-Bau mit Realisation, Deutschland

1991            Galerie Francis Layoute – Limoges, Frankreich

1988            Galerie La Palette D´Ór – Rouen, Frankreich

1986            Fahangsarai Niawaran „In Memory of Mohammadi“ – Teheran, Iran

1985            Fahangsarai Niawaran „In Memory of Fanizadeh“ – Teheran, Iran

1978            Entesharati Agha – Teheran, Iran

1978            Galerie Shiekh „Five Modern Artist“ – Teheran, Iran

1977            Galerie Shiekh – Teheran, Iran

1976            Galerie Takht Jamshid – Teheran, Iran

1975            Galerie Takht Jamshid „Surrealist Artists“ – Teheran, Iran

1975            Galerie Ghandriz – Teheran, Iran

1975            Galerie Mehr Shah – Teheran, Iran

1974            Galerie Khaneh Aftab „Painting and Sculpting“ – Teheran, Iran

1974            Galerie Seyhoun „Modern Art“ – Teheran, Iran

1974            Galerie Takht Jamshid – Teheran, Iran

1974            International Art Exhibtion of Unesco-members – Cannes, Frankreich

1974            Galerie Seyhoun – Teheran, Iran

1974            An aspect of Iranian Contemporary Art
                   sponsored by Seyhoun Gallery and in cooperation with Galerry Ghandriz – Teheran, Iran

1974            Asian Art on the occasion of the 7th Asian Games – Teheran, Iran

1973            Seyhoun Galerie – Teheran, Iran

1972            Galerie Solivan –  Teheran, Iran

1969            Archäologisches Museum Iran – Teheran, Iran

1972            Galerie Mess – Teheran, Iran

1972            Galerie Khaneh Aftab – Teheran, Iran

1971            Galerie Khaneh Aftab – Teheran, Iran

1969            Archäologisches Museum Iran – Teheran, Iran